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Sonntag, 3. Mai 2009

Vappu

Zwei Tage lang ist die Stadt wie ausgewechselt, fröhliche Menschen auf den Straßen, Luftballons, Konfetti und Sekt überall, und eine Statue bekommt eine Mütze aufgesetzt: Das ist Vappu, der finnische Maifeiertag, mittlerweile in erster Linie ein Feier-Tag für Studenten.
Vappu beginnt eigentlich schon am Abend des 30. April. Um genau 18 Uhr bekommt die Statue Havis Amanda eine traditionelle finnische Studentenmütze aufgesetzt, nachdem sie erst einmal gründlich von baumelnden Studenten geputzt wurde. Das Fernsehen ist dabei und die Esplanadi ist voller Menschen, die dem Spektakel beiwohnen wollen. Ein solches Großereignis konnte ich natürlich nicht verpassen und war mittendrin in der Menge, als die Mütze aufgesetzt wurde. Danach wurde in der ganzen Stadt gefeiert (auch wenn die Mütze auf der Statue schon nach einigen Stunden wieder weg war) und am 1. Mai ging es gleich am Morgen weiter, beim traditionellen Picknick im Park Kaivopuisto - wo, dem ersten Eindruck nach, ganz Finnland zusammenkam. Live-Musik von Bands und DJs durfte dabei genauso wenig fehlen wie ein zur Sauna umgebauter VW-Bus. 
Erneut ein eindrucksvolles Erlebnis!


PS: Auf den Fotos teilweise ebenfalls gut zu erkennen ist der typische skandinvische Studentenoverall, finnisch Haalari, der zu Anlässen wie Vappu getragen wird.

Montag, 27. April 2009

Nachtrag: Tallinn

Nachdem ich gestern von einem schönen, aber auch ziemlich anstrengenden Ausflug nach Stockholm zurückgekehrt bin, will ich jetzt mal damit beginnen, die Ereignisse der letzten Wochen hier niederzuschreiben.

Los gehts mit unserem Ausflug nach Tallinn.
Von Helsinki aus sind es nur rund drei Stunden mit der Fähre in die estnische Hauptstadt und der günstige Studentenpreis macht einen Tagestrip umso attraktiver. Und selbst diese Ausgabe rechnet sich sehr schnell, denn auf dem Schiff kann man tax-free einkaufen, sprich z.B. alkoholische Getränke sind wesentlich günstiger zu erstehen als in Finnland. Von dieser tollen Sparmöglichkeit machen in erster Linie die Finnen selbst Gebrauch, die mit kleinen Wägelchen oder Rollkoffern (unbeladen bzw. leer) die Reise antreten und schließlich vollbepackt mit kistenweise Bier und Schnaps nach Helsinki zurückkehren. Darüber hinaus ist es durchaus keine Seltenheit, dass man auf der Fähre betrunkene (unter der Woche vorzugsweise ältere) Leute sieht, die zu Live-Musik tanzen oder versuchen, Karaoke zu singen - und das schon kurz nach der Abfahrt um 8.00 Uhr.

Mit Mona war es bereits mein zweiter Besuch in Tallinn, doch in der sehr schönen mittelalterlichen Altstadt wird es so schnell nicht langweilig, da man immer wieder ein paar neue Gassen und Winkel entdeckt, die mindestens einen Blick wert sind! Das Wetter spielte glücklicherweise auch mit, sodass wir uns am Nachmittag bei blauem Himmel und Sonnenschein einen Kaffee am Marktplatz gönnen konnten - etwas, das für finnische Verhältnisse zu diesem Zeitpunkt noch in unendlicher Ferne schien!

Hier stehen die Fotos.

Sonntag, 29. März 2009

Lappland: 3 Tage Sonne, Sauna und Polarlichter!

Der Titel sagt eigentlich schon alles: Letzte Woche verbrachten wir drei wundervolle Tage in Lappland!
Am Donnerstag Abend ging es mit einer 45-köpfigen Gruppe mit dem Nachtzug nach Rovaniemi und von dort mit dem Bus ins rund 60 Kilometer entfernte Korvala, wo wir in kleinen, gemütlichen und durchaus komfortablen Holzhütten an einem zugschneiten See wohnten, mitten in der rauen Wildnis nördlich des Polarkreises.
Während unseres gesamten Aufenthaltes hatten wir großartiges Wetter (mit Ausnahme von zwei Schneestürmen, die innerhalb von zehn Minuten aufzogen und ebenso schnell wieder verschwunden waren) und konnten in allen Nächten Polarlichter sehen! Damit hatten wir unglaubliches Glück; andere Gruppen, die nur wenige Tage vor uns in Lappland waren und ebenso klare Nächte hatten, sind nicht in den Genuss dieses Naturspektakels gekommen. Wirklich beeindruckend!

Was haben wir dort so gemacht, den lieben langen Tag?
Wir konnten kostenlos diverses Equipment benutzen, darunter Langlauf-Skier, Schneeschuhe, Schlitten oder Ausrüstung zum Eisfischen. Darüber hinaus boten sich natürlich Spaziergänge in der Umgebung oder einfach ein Sonnenbad vor der Hütte an. Kurz nach der Ankunft durften wir außerdem jeweils eine kurze Fahrt im Rentier- sowie im Huskyschlitten ausprobieren. Am zweiten Tag gab es dann die Möglichkeit zu einem längeren Ausflug mit den Tieren, doch wir entschieden uns für eine Safari mit dem Snowmobil. Rund zwei Stunden brausten wir durch die lappländischen Wälder und schließlich auf einen nahegelegenen Berg hinauf, von dem wir eine riesige Aussicht hatten; hat ebenfalls richtig Spaß gemacht!
Danach ging es in den Pyhä-Nationalpark, wo wir im Tiefschnee durch die größte Schlucht Finnlands zu einem gefrorenen Wasserfall stapften. Auch unseren letzten Tag ließen wir schließlich - wieder nach einem reichhaltigen Abendessen, welches der Campherr für uns zubereitete - in der Sauna ausklingen - inklusive Sprung ins Eiswasser!

Am Montag wurden wir, sozusagen als krönender Abschluss, ins Santa Claus-Dorf am Polarkreis gefahren, wo wir eine Audienz beim echten Weihnachtsmann höchstpersönlich hatten und welches im Prinzip ein einziger Souvenirshop ist.
Nichtsdestotrotz war der Ausflug insgesamt großartig und hat riesig Spaß gemacht! Absolut empfehlenswert, vor allem wenn natürlich das Wetter mitspielt!

Die Fotos stehen wieder hier.

Freitag, 27. März 2009

Nachtrag: Eishockey

Schon lange kein Blogeintrag mehr, was zum einen daran lag, dass wir die ganze Zeit viele tolle Sachen unternehmen und zum anderen an unserem Ausflug nach Lappland...

Aber schön der Reihe nach. Bevor es in den hohen hohen Norden ging, waren wir - neben dem obligatorischen Sightseeing - noch beim Eishockey. In der Hartwall Areena, die ca. 15 Minuten Fußweg von meiner Unterkunft entfernt ist, spielten die Jokerit aus Helsinki gegen die Oulun Kärpät, den finnischen Meister der vergangenen beiden Jahre.
Es war das erste Mal, das wir beide ein Eishockeymatch gesehen haben, und auch wenn wir nicht 100%ig mit den Regeln vertraut sind, hat es ziemlich Spaß gemacht: Ein äußerst kurzweiliger, schneller Sport mit gepflegten Body- und Bandenchecks, einigen Toren und der ein oder anderen Schlägerei.
Am Ende gewannen die Jokerit verdient 4-1, schieden aber schließlich dennoch aus, da sie die anderen vier Playoff-Spiele gegen Kärpät verloren.

Der Besuch des Spiels hat dann soviel Spaß gemacht, dass wir uns am kommenden Montag in Espoo gleich das nächste Spiel ansehen - Playoff-Halbfinale gegen Kärpät!

Doch davor gibts dann zunächst einmal einen Bericht über Lappland...

Donnerstag, 26. Februar 2009

Besuch II, Hausarbeit uvm!

Kaum war der eine Besuch weg, da steht schon der nächste vor der Tür: Letzte Woche Donnerstag kamen mich meine beiden Münchener Freunde Bene und Valeska besuchen. Auf dem Programm stand ausgiebiges Sightseeing (meine Qualitäten als Touristenführer werden immer besser!) bei äußerst ungemütlichem Wetter am Freitag und - erneut - ein Ausflug in den Nuuksio-Nationalpark am Samstag, als Ausgleich bei wunderbarem blauen Himmel mit Sonnenschein. Dabei haben wir u.a. gelernt, dass es sich empfiehlt, Schuhe dabeizuhaben, die gleichzeitig warm und wasserdicht sind und dabei auch nass werden dürfen und in denen man gut laufen kann...
Edit: Um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken, es war natürlich auch mit euch beiden eine zünftige Gaudi bzw. ein Genuss! Ich hoffe, euch hats auch gefallen!

Seit ihrer Abreise am Sonntag war ich dann hauptsächlich damit beschäftigt, Materialien für die noch ausstehende Hausarbeit zu suchen (was sich recht mühsam gestaltete, da alle Bücher, die ich haben wollte, leider bereits ausgeliehen waren) und selbige schließlich auch zu schreiben. Glücklicherweise ging das Verfassen trotz des langweiligen Themas (Vergleich verschiedener Regulierungsarten im Hinblick auf Medienpolitik) bislang doch ziemlich schnell von der Hand, sodass ich die Arbeit ohne Probleme wohl dieses Wochenende fertig bekomme.

Nachdem diese Woche Ferien waren, geht es am Montag mit der neuen Period weiter und am Donnerstag kommt mich endlich Mona besuchen - oder besser: zieht bei mir ein!


PS: Keine Fotos diesmal, die sind mit dem Besuch nach München zurückgereist. Und das Paket ist immernoch verschollen...

Samstag, 7. Februar 2009

Paket, wo bist du?

Seit über zwei Wochen warte ich nun schon auf ein Paket aus der Heimat!

Laut der DHL-Homepage ist die "Laufzeitorientierung" für ein Paket von Deutschland nach Finnland sechs Tage, doch auch das erste Paket, das meine Eltern gleich nach meiner Abreise mit der Deutschen Post/DHL auf den Weg geschickt hatten, war 12 Tage unterwegs.

Der letzte Tracking-Status des aktuellen, anscheinend verschollenen Pakets ist vom 24. Februar morgens; da hatte es gerade Hamburg verlassen. Seitdem keine Spur von dem 9-kg-Karton. Mysteriös!

Mittlerweile wurde DHL kontaktiert, die meinten, dass das Paket schon längst in Finnland sein müsste; eine Nachfrage bei meinem Postamt ergab jedoch nichts. Nun macht sich DHL auf die Suche nach dem Paket. "Kann aber so zwei bis acht Wochen dauern", hieß es an der Hotline.
Dann gehts ja, ich dachte schon, ich müsste lange warten...

Obwohl nichts im Paket ist, was man sich nicht wieder kaufen könnte, bin ich doch ziemlich sauer auf DHL bzw. die finnische Post  (mal schauen, wer schlussendlich die Schuld trägt).
Was ich bisher so von den anderen Deutschen hier gehört habe, sind wohl sechs Tage eine sehr utopische "Laufzeitorientierung" für eine Sendung nach Finnland. In Zeiten eines vereinten Europas, wie es ja immer so schön heißt, ist eigentlich schon das eine sehr lange Zeit. Meiner Meinung nach besteht da ein erheblicher Verbesserungsbedarf!


PS: Warum muss ich mich eigentlich bei meinem Paketdienst melden, wenn die mein Paket verschlampen? Die könnten sich ja dann auch mal melden und sagen, tut uns leid, wir haben ihr Paket verloren und ersetzen Ihnen den Schaden! Die Tracking-Informationen haben sie ja...

Montag, 2. Februar 2009

Grillen am See

Dass man nicht unbedingt Sommer, Sonnenschein und schönes Wetter zum Grillen braucht, wurde in München ja bereits des öfteren unter Beweis gestellt. Ein BBQ an einem zugefrorenen See inmitten einer idyllischen Winterlandschaft war dann aber nochmal was anderes!

Am Sonntag fuhren wir, eine kleine, buntgemischte und außerordentlich tapfere Gruppe, in den Nuuksio-Nationalpark, etwa eine Stunde von Helsinki entfernt. Nach einem 40-minütigen Marsch durch zugeschneite Wälder erreichten wir unser Ziel, einen Rastplatz mit Feuerstelle an einem zugefrorenen See.
Dort gab es dann ein wärmendes Feuer, Bratwürste und Bier. 
Einfach wunderbar!

Samstag, 31. Januar 2009

Fußball: Danke, Internet!

Es bewahrheitet sich mal wieder: Im Internet kann man wirklich alles sehen!
Denn obwohl ich hier ja keinen Fernseher habe, kann ich trotzdem die Spiele der Bundesliga am Computer verfolgen, auch wenn es dabei bisweilen traurige Momente geben kann, wie gestern Abend zum Beispiel.

Und so funkionierts:
Die Übertragsungsrechte für die Spiele der Fußball-Bundesliga werden ja in alle Welt verkauft, so auch nach China, Russland oder in die USA. Die Unternehmen, die die entsprechenden Rechte dann in diesen Ländern erwerben, dürfen die Begegnungen dann auch übers Internet ausstrahlen. Ich vermute zwar, dass das dann auf das jeweilige Land begrenzt sein sollte (denn in Deutschland darf, denke ich, nur T-Home Live-Spiele via www bzw. IPTV senden), aber das Internet kennt ja nur in wenigen Fällen nationale Grenzen. Mit Hilfe von Seiten wie Zap Tiger oder MyP2P ist es dann ohne Weiteres möglich, so gut wie jeden Profisport der Welt via Streaming live zu verfolgen (kostenlos, ohne Registrierungen, ohne extra Programme*). Das Bayern-Spiel gestern habe ich zum Beispiel über einen spanischsprachigen US-Sender gesehen, die Pokal-Gala am Dienstag über einen russischen oder osteuropäischen Sender, da hört man ja den Unterschied nicht so sehr. 
Die Qualität löst zwar keine Begeisterungsstürme aus, ist aber durchaus annehmbar, zumal ich hier ja - leider - nicht auf der Couch und ein Stückchen entfernt vom Bild sitze, sondern nur in einem Meter Abstand vom Rechner.

Übrigens funktioniert das Ganze von Deutschland aus genauso gut wie von jedem anderen Rechner auf der Welt, der einen Breitbandanschluss hat.


Ich weise mal noch darauf hin, dass das alles rechtlich wohl fragwürdig ist und sich in einer Grauzone abspielt. Aber so richtig stören wirds wohl niemanden.

* Windows-User haben auch die Möglichkeit, Programme wie TV Ants oder Sopcast zu nutzen; es gibt aber auch zahlreiche Streams, die von WMP, Quicktime oder direkt im Browser gespielt werden.

Freitag, 30. Januar 2009

Der Finnisch-Kurs

Wie damals in der Schule: Zunächst ein paar einzelne Wörter, dann kurze Sätze aus dem Alltag, schließlich die Zahlen und die Uhrzeit.

So oder ähnlich beginnen wohl die meisten Sprachkurse, egal ob Schule oder wie hier an der Uni.

Eigentlich wollte ich ja Schwedisch hier lernen, Schwedisch ist neben Finnisch Amtssprache in Finnland. Ist dem Deutschen ein bisschen ähnlich, damit leichter zu lernen und es bringt mehr, denn Schwedisch wird in fast ganz Skandinavien verstanden, Finnisch nur in Finnland, hatte ich mir sagen lassen.

Als ich dann aber in Helsinki angekommen bin und mir Gedanken über meine Kurswahl gemacht habe, wurde mir klar, dass ich nach diesem Auslandssemester höchstwahrscheinlich keine der beiden Sprachen weiter vertiefen würde. Hinzu kommt, dass ich ja in Finnland bin, und nicht in Schweden. Als die Schwedisch-Kurse während der Orientation Week äußerst verwirrend bzw. umständlich und von einem recht demotivierenden Uni-Mitarbeiter vorgestellt wurden, war die Entscheidung für mich gefallen: Ich mache einen Finnisch-Kurs!

Bis jetzt habe ich das noch nicht bereut, auch weil der Finne wohl nur Finnisch oder Schwedisch spricht; wenn ich Pech gehabt hätte, wäre ich mit Schwedisch auch nicht wirklich weit gekommen.

Finnisch ist eine... besondere Sprache. Man kann nahezu kein Wort aus anderen Sprachen ableiten, Wörter sind häufig so lang wie ganze deutsche Sätze, die Aussprache bisweilen eine mittelgroße Herausforderung.
Es ist dennoch eine schöne Sache, die Landessprache wenigstens ein bisschen zu lernen, zumal der Kurs (bis jetzt) so gestaltet ist, dass alle Teilnehmer gut mitkommen und man nicht überfordert wird. Ab und an gibt es dann auch mal ein kleines Erfolgserlebnis, wenn man ein Wort auf einem Schild oder einem Plakat wiedererkennt und versteht.

Sonntag, 18. Januar 2009

Die WG

Mittlerweile wohne ich nun schon fast zwei Wochen in Helsinki und ich dachte mir, es ist so langsam an der Zeit, euch meine Unterkunft zu zeigen.
Hier findet ihr ab sofort die Fotos.

Was gibt es sonst noch zu meiner Behausung zu sagen?
Alle anderen Wohnheime sind anscheinend neuer und schöner und bieten größere Räumlichkeiten, dafür sind wir im Vergleich relativ zentral gelegen. 
Im Keller gibt es Waschmaschinen, die per Handy aktiviert und bezahlt werden.
Darüber hinaus darf eine Sauna natürlich auch nicht fehlen; diese befindet sich im neunten Stockwerk, ganz oben. Zur Abkühlung kann man sich dann einfach auf den angeschlossen Balkon begeben.

Außerdem haben wir einen Gemeinschaftsraum, auch ganz oben, der leider seit letztem Semester geschlossen ist, aufgrund zu heftiger Partys.
Eigentlich schade, aber auch ohne lässt sichs hier ein halbes Jahr ganz gut aushalten, denke ich.

Donnerstag, 15. Januar 2009

Und, was isst du immer so?!

Essen in Helsinki ist teuer. Sehr teuer.
Und es ist nicht wie in anderen europäischen Metropolen wie München, Paris oder London, dass man wenigstens günstig in einem Fast Food-Restaurant essen kann. Nein. Dort kostet ein Menü 7 Euro aufwärts. Eher aufwärts.
Glücklicherweise gibt es über die Innenstadt bzw. die verschiedenen Unigebäude verteilt zahlreiche Mensen, die hier UniCafe heißen. Soweit ich das bisher beurteilen kann, ist das wohl die einzige Möglichkeit für mich, halbwegs ausgewogen und gleichzeitig sehr günstig zu essen. Für 2,60 € gibt es dort jeden Tag ein Hauptgericht inklusive (!) soviel Beilagen (meistens Kartoffeln, Reis und Brot) und soviel Salat vom Buffet, wie man sich auf den Teller schaufeln kann. 
Die Hauptgerichte sind zwar kein kulinarisches Highlight, aber auch nicht sooo schlecht und im Vergleich mit den Mensen in München absolut lecker.

Neben den UniCafes, die von Montag bis Samstag geöffnet haben, gibt es ca. 100 Meter von meinem Wohnheim eine Pizzeria, die durchaus solide Pizzen für 3,90 € verkauft. Sogar die Italiener haben sie mit "OK" bewertet.

Zu guter letzt bleibt der fünfminütige Gang zum - ja, gibts hier auch - Lidl-Supermarkt, von meiner WG liebevoll 'Mother Lidl' genannt, da sie uns so gut versorgt. 
Wenn ich mir dann zur Abwechslung doch mal was selber kochen möchte. 
Ist zwar noch nicht vorgekommen, aber in Planung...

Dienstag, 13. Januar 2009

Futsal!

Nachdem ich mich gestern für den Unisport angemeldet hatte, habe ich heute zusammen mit meinen Mitbewohnern Martin und Mattia zum ersten Mal eines der zahlreichen Angebote genutzt: Futsal! Hat sehr viel Spaß gemacht, mal wieder das runde Leder zu dreschen, auch wenn unsere Mannschaft nur die zweitbeste (von zwei) war und es mit meiner Kondition nach einigen Monaten mit so gut wie keinem Sport nicht zum Besten stand...

Zum Unisport allgemein: Es gibt mehrere über die Stadt verteilte Sportzentren an den verschiedenen Campussen (?), davon auch eins in der Innenstadt in der Uni und eins 20 Gehminuten von meinem Wohnheim entfernt, die, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, top ausgestattet (selbstverständlich mit Sauna in der Umkleidekabine) und äußerst modern sind. Hastenichgesehen! 
Und es gibt dort Mountain Dew...

Daumen hoch also!

Samstag, 10. Januar 2009

Orientation Week und die ersten Partys

Die erste Woche ist nun fast vorbei und es gibt vieles zu berichten!

Zunächst zur Uni.

Die regulären Kurse an der Uni beginnen frühestens morgen und so gab es für die neu angekommenen Studenten in dieser Woche die Orientation Week (OW).
Bei der OW wurde uns zunächst alles mögliche, vor allem organisatorische Dinge gezeigt, erklärt bzw. präsentiert, also wie wir zum Beispiel an unsere Fahrkarte kommen, wo sich die Bibliotheken befinden uvm. Nahezu alles, was man wissen muss, um hier zu leben und zu studieren.
Da das dann jeden Tag (also Mittwoch bis Freitag) sehr viele Informationen in sehr kurzer Zeit waren und man doch zu einigen Ämtern und Büros pilgern musste, um die verschiedenen Dinge zu beantragen oder zu klären, herrschte am Nachmittag, als die Präsentationen zu Ende waren und man die Dinge erledigen sollte, mittelgroße Verwirrung.
Freundlicherweise wurde uns für die Behördengänge usw. am Nachmittag eine Tutorin (eine finnische Studentin) zur Verfügung gestellt, die uns bei allem half und uns die verschiedenen Uni-Gebäude zeigte und uns wertvolle Tipps für das tägliche und das Uni-Leben gab. Während die morgentlichen Präsentationen für alle ausländischen Studenten gemeinsam war (ca. 200 Leute, schätze ich), bestand unsere Tutorengruppe aus lediglich sechs Studenten (was dann wesentlich angenehmer war), die wie ich auch alle Kommunikationswissenschaft studieren.
Dank der Tutorin und aufgrund der Tatsache, dass das meiste sehr unbürokratisch und schnell geregelt werden konnte (sogar auch bei Einwohnermeldeamt), ist nun bis auf einige Kleinigkeiten alles Organisatorische erledigt und ich kann mich unbeschwert und hochmotiviert dem Studium widmen. 

So gut das eben gehen wird bei den vielen Partys, die auf die ausländische Studenten zu warten scheinen...

Los ging es am Donnerstag mit der Welcome Party in einem Club in der Innenstadt (der von der Einrichtung her mit Samtsofas und Kronleuchtern auch ein Puff hätte sein können...), die von ESN (Erasmus Student Network) organisiert wurde und wo wohl alle ausländische Studenten zusammenkamen, mit denen man sehr schnell ins Gespräch kam. Da wir ja alle im selben Boot sitzen, war das alles sehr ungezwungen und locker und man konnte die Leute einfach ansprechen und ein bisschen quatschen. Spätestens bei dieser Party wurde auch deutlich, dass die meisten Austauschstudenten in diesem Semester aus Italien kommen.
Da mein Mitbewohner Alberto am Freitag Geburtstag hatte und er bei der Welcome Party nahezu alle einlud, fand am Freitag Abend eine kleine Geburtstagsfeier (so 15/20 Personen in etwa, das war genau richtig) in unserer WG statt, zu der natürlich wieder viele Italiener, aber auch mir noch unbekannte Leute aus allen möglichen Ländern kamen. Während der Party kam schließlich auch der fünfte und letzte meiner Mitbewohner an, Martin aus Frankreich, der aber ursprünglich aus - richtig - Italien kommt.
Den Abschluss der Feier-Tage machte dann gestern eine Party im Wohnheim Domus Academica, das sich mitten in der City befindet und in deren Aufenthaltsraum wieder zahlreiche Studenten zusammenkamen. Am Kicker, auf gemütlichen Couchen und mit gesponsortem finnischen Bier wurde dann fleißig kommuniziert und geschwitzt (... nicht nur ich, auch die meisten anderen... ), denn der Raum befand sich im Keller und hatte gefühlte 40 Grad. Sauna für alle!
Nach einiger Zeit verlagerte sich die Fete langsam zunächst in den Flur und ins Treppenhaus und endete schließlich im Vorraum im Erdgeschoss. Zur Abwechslung habe ich hier auch mal ein paar Deutsche kennengelernt (außer einem Mädel von der Uni Bayreuth allerdings niemand aus dem Süden); es sind wohl doch nicht nur Italiener hier...
Da die Nachtlinien in Helsinki extra kosten, kehrten wir mit dem letzten Zug um halb 2 zurück ins Wohnheim nach Pasila: Die erste, anstrengende und von neuen Eindrücken und Bekanntschaften reiche Woche war vorbei!

Alles in allem lief der Start ins Auslandssemester also recht glatt, der Anschluss ist dank WG und äußerst offenen und freundlichen Mitstreitern gefunden, das Organisatorische geklärt und trotz mäßigem Wetter fühle ich mich ziemlich wohl hier oben. Bleibt zu hoffen, dass es so bleibt und dass auch die Uni kein Grund für Klagen sein wird!